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FAQ

Es gibt so ein paar Fragen, welche ich als U-Boot Modellbauer immer wieder gefragt werde:

Hier mal meine persönlichen Top 6:

1) Warum baue ich eigentlich überhaupt U-Boote?

Mich fasziniert die Technik von U-Booten. Warum ein Schiff schwimmt, ist eigentlich jedem klar, aber warum ein U-Boot taucht und wieder hoch kommt, ist schon eine technische Meisterleistung. Warum taucht ein U-Boot unter Wasser stabil und dreht sich nicht, etc. Das ist auch im Modellbau eine Herausforderung, die mir Spaß macht. Außerdem ist U-Bootfahren wie fliegen, nur unter Wasser. Man hat 3 Dimensionen.

2) Ein U-Boot sieht man doch unter Wasser nicht?

Das ist richtig, wenn man zu tief taucht sieht man das U-Boot nicht mehr. Aber ich fahre alle meine U-Boote auf Sicht und habe gar nicht die Motivation, Tieftauchrekorde zu brechen. Es ist mir genug zu beweisen, dass ein Modell-U-Boot tauchen kann und sicher wieder hoch kommt, ob das nun 1 m ist oder 10 m, find ich ist egal. Auf Sicht zu tauchen, hat übrigens auch einen Sicherheitsaspekt.

3) Wie tief kann das U-Boot denn tauchen?

Die meisten Modell-U-Boote sind auf eine Tauchtiefe von 10 m konzipiert. Aber da ich auf Sicht tauche, sind das meistens nicht mehr als 2 m. Damit habe ich also eine erhebliche Reserve.
Es gibt aber auch ein weiteres pysikalisches Problem, Fernsteuerungen mit 40 Mhz haben in Süßwasser eine Reichweite von circa 2-3 Meter Tiefe. Damit ist also die Fernsteuerung der begrenzende Faktor beim Tauchen. In Salzwasser wird es noch kritischer, da dort die Funkwellen noch schlechter unter Wasser kommen.

4) Warum hast Du keine Kamera mit dabei?

Weil man unter Wasser nichts sieht. Um mit einer Kamera unter Wasser gut filmen zu können, bräuchte man auch noch viel Licht. In natürlichen Gewässern wird es also schon schwierig. Außerdem sieht man ja nicht weit und meistens wären die Aufnahmen einfach nur grau.
In wieviel Gewässern hat man schon genug Licht und so gute Sicht, dass man unter Wasser etwas erkennt? Also lohnt sich das nicht wirklich, sondern ist nur ein technischer Gag.

5) Was ist mit 2,4 GHz Fernsteuerungen?

Nun die gehen unter Wasser gar nicht. Je höher die Frequenz, desto schlechter breiten sich Funkwellen unter Wasser aus. Deshalb verwenden wir immer noch unsere guten, alten 40 Mhz Funkfernsteuerungen, noch besser wären 27 Mhz Funkfernsteuerungen.

6) Wie taucht ein U-Boot?

Generell wird zwischen dynamischem und statischem Tauchen unterschieden:

6.1) Dynamisches Tauchen:
Das U-Boot hat einen geringen Restauftrieb. Dieser wird über die Fahrgeschwindigkeit und die Tiefenruder überwunden, damit das U-Boot taucht. Steht das Boot unter Wasse,. taucht es bedingt durch den Restauftrieb wieder auf.

6.2) Statisches Tauchen:
Das U-Boot hat einen Kolbentank (ähnlich einer Spritze). Über einen Motor und eine Spindel wird der Kolben angezogen und saugt damit Wasser in den Tauchtank. Der dabei entstehende Überdruck geht in den Druckkörper des U-Bootes. Das hat den Vorteil, ist das Boot undicht, steigen Blasen auf.
Will man wieder auftauchen, polt man den Motor um und fährt den Kolben wieder aus, dieser drückt nun das Wasser aus dem Tauchtank und das U-Boot wird wieder leichter. Es taucht auf. In meinen U-Booten verbaue ich meist Tauchtanks von Preishammer (Firma Engel).
Es gibt auch einige andere Systeme wie Schlauchpumpe oder mit Pressluft. Aber bis jetzt habe ich mich mit diesen Systemen noch nicht befasst.


6.3) Halb-Statisches Tauchen:

Meine U552 (eine Robbe Baukasten) habe ich Halb-Statisch konzipiert. Was bedeutet, dass ich einen Tauchtank eingebaut habe der 500 ml Wasser aufnimmt. Jedoch verbleibt nach dem Fluten ein Restauftrieb von ca. 250 gr, welchen ich dann durch Geschwindigkeit mit den Tiefenrudern aufhebe. Der Grund für mich war, dass Robbe das Boot eigentlich statisch konzipiert hat, aber eigentlich nur funktioniert wenn man das Boot so trimmt das es für die Überwasserfahrt viel zu tief liegt. Das sieht nicht schön aus. Durch den Kolbentank lässt sich das Boot nun leicht über die Tiefenruder unter Wasser drücken und der Restauftrieb bringt Sicherheit damit das Boot immer wieder auftaucht. Mit einem 750 ml Tauchtank ist es auch Möglich das Boot voll statisch zu tauchen, dann wird es in der engen Röhre aber wirklich sehr eng, das wollte ich nicht.

Außerdem ist U-Bootfahren wie Unterwasserfliegen.

Aktualisiert ( Sonntag, den 14. April 2013 um 17:36 Uhr )